Open Banking heißt offen für Möglichkeiten

Seit 2019 zwingt die Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 (Payment Services Directive2) Banken, sich zu öffnen und spezielle Schnittstellen für die gemeinsame Nutzung von Finanzdaten ihrer Kunden zu erlauben. Warum das große Vorteile mit sich bringt und wie Sicherheit gewährleistet wird, beschreibt Stefan Weiß, CTO bei CURE.

Open Banking heißt offen für Möglichkeiten

Eine einzige Bankverbindung bei der „Hausbank“ – das war gestern. Die meisten Menschen besitzen heutzutage mehrere Konten und das auf mehrere Banken verteilt. Laut einer Studie, die YouGov im Auftrag von moneymeets durchgeführt hat, verfügt die Mehrheit der Deutschen über vier oder noch mehr Konten. Zwar mag es sinnvoll sein, mehrere Konten bei unterschiedlichen Banken parallel zu führen; eine transparente, vollständige und vor allem bankübergreifende Übersicht über die jeweilige Finanzsituation wird dadurch allerdings deutlich erschwert und ist mit hohem meist manuellem Aufwand verbunden.

Die Umsetzung der Zahlungsdiensterichtlinie II - PSD2 - hat das grundlegend geändert. Seitdem ist das sogenannte „Open Banking“ möglich. Das heißt konkret, dass Banken ihren Kunden einen offenen Datenzugriff ermöglichen und Drittanbietern - mit Zustimmung des Kunden - Zugriff auf die Kontodaten erlauben müssen. Das technische Rückgrat von Open Banking sind Application Programming Interfaces - kurz APIs. Über diese APIs ist es Drittanbietern dann möglich, direkt mit der Infrastruktur der Bank zu kommunizieren, Daten abzurufen und Transaktionen auszulösen.

Damit ein solcher Datenaustausch zweckgebunden, zuverlässig und sicher stattfindet, gelten selbstverständlich hohe rechtliche und technische Voraussetzungen. Es gibt u. a. strenge Vorgaben wie die entsprechenden Schnittstellen gestaltet sein müssen. Und darüber hinaus müssen Drittanbieter bei der Bankenaufsicht registriert sein und sich diversen Prüfungen unterwerfen.

Das heißt: „Open Banking“ heißt definitiv nicht offen für jeden, sondern offen für Möglichkeiten. Und das nur, wenn der Kontoinhaber ausdrücklich zustimmt. Ohne die Zustimmung des Kunden kann kein Dritter auf das Konto und die Daten zugreifen.

Mehr digitaler Datenaustausch – bessere digitale Sicherheit

Um die Sicherheit beim Datenaustausch und beim digitalen Banking insgesamt zu erhöhen, wurde mit PSD2 auch eine stärkere Identitätsprüfung - die sogenannte „Starke Kundenauthentifizierung“- eingeführt. Konkret heißt das, dass Kunden ihre Identität über mindestens zwei von drei möglichen, voneinander unabhängigen Sicherheitsfaktoren belegen müssen. Neben Benutzerkennung und Passwort greift also ein zweiter Faktor – bei Privatkonten meist eine App der jeweiligen Bank oder eine TAN per SMS. Für Geschäftskonten gibt es oft zusätzliche Hardware, die angeschlossen sein muss.

Wem nützt das?

Im Mittelpunkt stehen der Kunde und das Kundenerlebnis. Durch Open-Banking können Kunden Mehrwerte nutzen, die Ihnen von Drittanbietern geboten werden – zum Beispiel zielgerichtete Empfehlungen oder die Möglichkeit, die auf verschiedene Banken verteilten Konten und Finanzdaten besser zu managen. Für Praxisinhaber bedeutet dies, dass sie auf der CURE Plattform alle praxisrelevanten Finanzdaten aus Einkauf, Abrechnung und Zahlungsmanagement transparent, konsolidiert und strukturiert im Blick haben und damit in jeder Situation und zum richtigen Zeitpunkt die beste Finanzentscheidung treffen können.

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